Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele aus Unternehmen und Schulen

Um das Ziel eines verbesserten Übergangs von der Schule in die Berufswelt zu erreichen, ist es von entscheidender Bedeutung, die Wirtschaft in Planung und Umsetzung miteinzubeziehen. Das gilt auch für eine stärkere Implementierung von Praxisphasen in das Übergangssystem. Mittlerweile lassen sich in verschiedenen deutschen Unternehmen, aber auch in Schulen Maßnahmen finden, die versuchen, eine stärkere Potenzialorientierung und eine bessere Integration von leistungs- und lernschwachen Jugendlichen in das Duale Ausbildungssystem umzusetzen (Einstiegsqualifizierung). Diese Initiativen können als Orientierungsrahmen für weitere Reformschritte dienen und werden im Folgenden beispielhaft dargestellt.

Girlsatec - junge Frauen im technischen Umfeld

Junge Frauen, die als Mechanikerinnen oder Elektronikerinnen arbeiten?! "girlsatec" versammelt Mädchen, die sich für gewerblich-technische Ausbildungsberufe entschieden haben und andere Mädchen und junge Frauen für diese Berufe begeistern wollen. Sie berichten als Botschafterinnen von ihren Erfahrungen und Kenntnissen, informieren Mädchen, Eltern und Schulen.

Ein wichtiger Impuls sind die regelmäßigen Technik-Camps im ABB Training Center in Berlin Wilhelmsruh, in denen junge Frauen und Mädchen einen umfassen Einblick in das technische Umfeld erhalten. Zusätzlich zeigt die Webseite www.girlsatec.de z.B. Geschichten junger Zerspanungs- und Werkzeugmechanikerinnen und hilft Mädchen dabei, ihr Spektrum bei der Berufswahl zu erweitern.

Ansprechpartnerin:
Steffi Michailowa
Projektleiterin
ABB Training Center GmbH & Co.KG
Lessingstraße 79
13158 Berlin
Fon + 49 (0)30 9177-2415
E-Mail steffi.michailowa@de.abb.com

Mitmachen und Kontaktaufnahme

Wenn Sie unsere gemeinsame Initiative mit der Veröffentlichung eines Good-Practice-Beispiels aus Ihrem Unternehmen oder Ihrer Schule auf dieser Seite unterstützen wollen, so nehmen Sie bitte über Frau Dorawa (vgl. Ansprechpartnerinnen in der rechten Spalte) Kontakt mit uns auf. Wir setzen uns dann zeitnah mit Ihnen in Verbindung.

"News to Use" – Lernförderung für Azubis (nicht nur) der Rheinischen Post

Wissen ist Macht. Das Projekt „News to Use“ der Rheinischen Post (RP) unterstützt entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung. „News to Use“ verbessert die Lesekompetenz und stärkt systematisch das Allgemeinwissen. Deshalb wurde „News to Use“ 2008 mit dem „World Young Reader Prize“ des Weltverbands der Zeitungen ausgezeichnet und 2011 mit dem Comenius-Siegel der Gesellschaft für Pädagogik und Information.

Die Idee hinter „News for Use“ ist simpel, aber genial: Wer regelmäßig Zeitung liest, bekommt einen Überblick über die aktuellen Themen der Gesellschaft, erkennt Zusammenhänge und versteht politische Debatten. Die Teilnehmer sind Azubis des ersten bis dritten Lehrjahrs. In der 12-monatigen Projektlaufzeit, erhalten die Azubis regelmäßig die Tageszeitung nach Hause, oder an den Arbeitsplatz. Im 14 tägigen Rhythmus erhalten die Teilnehmer einen Fragenkatalog, der die erworbenen Kenntnisse abfragt und die Lesekompetenz austestet. Die Ergebnisse werden im Nachgang besprochen, so dass sich beim Azubi ein direkter Lernerfolg einstellt.

Mehr als 700 Unternehmen mit 2.500 Azubis verschiedener Branchen haben bereits an „News to Use“ teilgenommen.

Ansprechpartnerin:
Laura Otten
Projektleitung „News to Use“
Rheinische Post
Zülpicher Str. 10
40196 Düsseldorf
Fon +49 211 505-1286
E-Mail: laura.otten(at)rheinische-post.de

Das Zukunftsstürmer-Prinzip – vom Azubi zur Nachwuchskraft (OTTO)

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Jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Beruf zu erlernen, ist für das DGFP-Mitgliedsunternehmen OTTO nach Worten von Ausbildungsleiterin Nicole Heinrich "Ehrensache", aber auch ein wichtiges strategisches Handlungsfeld im Talentmanagement. OTTO hat daher das Zukunftsstürmer-Prinzip entwickelt, um sich mit einem besonderen "Spirit" als Arbeitgeber und Ausbilder zu positionieren, und um einer lehrreichen, einzigartigen Ausbildung das gewisse Etwas zu verleihen.

Das Zukunftsstürmer-Prinzip integriert die Anforderungen der Generation X und Z in die "Customer Journey" der Azubis, beispielweise mit einer ausgeprägten Feedback-Kultur und vielen Engagements und Projekten, die von Azubis und dualen Studenten eigenverantwortlich gestaltet werden können. Neben den fachlichen Inhalten des Ausbildungsrahmenplans sind Arbeitsthemen wie Gesundheit, Innovation, Internationalisierung und Digitalisierung fest im Ausbildungsverlauf verankert. Auf diese Weise erhalten die Azubis ein Bewusstsein für die Themen, die das spätere Arbeitsleben prägen werden. Das besondere Plus dabei ist, dass der Name des Prinzips auch Programm ist: "Zukunftsstürmer" im Sinne von "ICH stürme meine Zukunft!" bedeutet, dass das Prinzip der Eigenverantwortung von Anfang an ein Wert ist, den OTTO jungen Menschen vermittelt.

Das Zukunftsstürmer-Prinzip wird durch einen besonderen Führungsstil auf Basis von Urvertrauen und individueller Förderung abgerundet: "Statt disziplinarischer Keulen coachen wir, um die Ursache zu ergründen", erklärt Nicole Heinrich. Sie ist überzeugt davon, dass OTTO mit dem Zukunftsstürmer-Prinzip eine Ausbildung bietet, die das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv hält, so dass die Azubis von heute gerne als Nachwuchskräfte von morgen im Unternehmen bleiben möchten.

Ansprechpartnerin:
Nicole Heinrich
Leiterin Ausbildung und Personalmarketing
Otto GmbH & Co KG
Wandsbeker Straße 3-7
22172 Hamburg
Fon +49 40 6461-2660
E-Mail nicole.heinrich(at)otto.de

"Anlauf zur Ausbildung" (BASF)

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Die Initiative soll handwerklich und technisch begabten Haupt- und Realschülern, die aufgrund fehlender fachlicher oder persönlicher Kompetenzen keinen Ausbildungsplatz finden, die Chance auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz ermöglichen. Für das Auswahlverfahren sind Noten nur von nachrangiger Bedeutung. Vielmehr werden Kompetenzen im Rahmen eines Online-Tests und eines Eignungstests vor Ort festgestellt.

Innerhalb des Programms werden Theorie-, Praxis-, Übungs- und Förderphasen verzahnt, mit dem Ziel, die Teilnehmer optimal zu fördern. Anstatt der regulären Ausbildungszeit haben die Teilnehmer nun ein Jahr mehr Zeit, einen Beruf im Bereich Metall oder Elektro zu erlernen. Das so genannte Anlaufjahr verbringen sie in einem Partnerbetrieb des BASF Ausbildungsverbundes, im Ausbildungszentrum der BASF und in der berufsbildenden Schule. Die Flexibilisierung der Ausbildungszeit soll die Potenziale der Teilnehmer optimal fördern, so dass sie nach dem Anlaufjahr direkt in die Ausbildung bei ihrem Partnerbetrieb oder der BASF SE durchstarten können.

Ansprechpartner:
Matthias Flick
BASF Ausbildungsverbund
67056 Ludwigshafen
Fon +49 621 60-21224
E-Mail matthias.flick@basf.com

Potenzialorientierte Auswahl (Deutsche Bahn)

DBlogozusatz

Die Deutsche Bahn will künftig bei der Auswahl ihrer Auszubildenden weniger auf das Bewertungskriterium Zeugnisse und Noten Wert legen. Stattdessen soll ein umfassender Online-Test die Talente der Bewerber offenlegen. Dadurch sollen Fähigkeiten und Stärken der Bewerber mehr in den Mittelpunkt rücken und allen Bewerbern die gleiche Chance auf eine Ausbildung geben. Schulnoten sind oft ein viel zu grober Maßstab, um die jeweiligen persönliche Stärken abzubilden, die der Bewerber mitbringt und die für den Wunschberuf wichtig sind. Ebenfalls wird durch das neue Verfahren deutlich, ob ein Bewerber möglicherweise Fähigkeiten für einen alternativen Beruf besitzt. Die Maßnahme birgt damit auch das Potenzial dem drohenden Fachkräftemangel proaktiv entgegenzuwirken.

Der Onlinetest kann innerhalb der zweiwöchigen Bearbeitungszeit bequem von zu Hause am PC durchgeführt werden. Der Test dauert je nach Ausbildungsberuf oder Dualen Studiengang zwischen 60 und 100 Minuten und besteht aus einem Basismodul und je nach Ausbildungsberuf aus weiteren 1-2 Modulen. Die einzelnen Module bestehen aus Fragenkomplexen und spannender kleinen Übungen, mit denen die berufsspezifischen Kompetenzen getestet werden.

Der besondere Mehrwert für den Bewerber besteht auch darin, dass er spätestens 14 Tage nachdem er den Onlinetest beendet hat, einen persönlicher Ergebnisbericht zum Download bereit gestellt erhält. Die Bewerber, die keinen Internetzugang zuhause haben, sind nicht ausgeschlossen. Hier wird gemeinsam nach Optionen geschaut, wie der Bewerber den Test trotzdem durchführen kann.

Ansprechpartnerin:

Dagmar Kaiser
Leiterin und Sprecherin Personal

Deutsche Bahn AG
Potsdamer Platz 2
10785 Berlin
Fon +49 (0) 30 297-61196
E-Mail dagmar.d.kaiser(at)deutschebahn.com

Sascha Jussen
DGFP-Online-Redaktion

Eine Initiative von DGFP e.V. und HR Alliance e.V.