Ansätze für den Übergang Schule - Betrieb

„Ich pack‘ das!“ – Vorbereitung auf die Berufsausbildung bei RWE

Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative „Ich pack‘ das!“ bereitet das DGFP-Mitgliedsunternehmen RWE jährlich konzernweit 100 junge Menschen auf die Berufsausbildung vor und hilft Ihnen dabei, die nötige Ausbildungsreife zu erlangen. Das Projekt richtet sich an Jugendliche mit Hauptschulabschluss, die einen Beruf im Bereich Metallverarbeitung anstreben, aber (noch) nicht über die nötigen theoretischen und praktischen Fertigkeiten verfügen, um eine Ausbildung zu beginnen.

Die meisten potentiellen Teilnehmer werden über die Bundesagentur für Arbeit, ihre Schule oder über andere Bildungsträger auf diese Qualifizierungsinitiative aufmerksam gemacht. Auch eine Internetseite von RWE vermittelt den jungen Menschen Grundinformationen, die sie benötigen, um sich für eine Teilnahme zu entscheiden und sich zu bewerben.

Damit die Jugendlichen ihre ausbildungsrelevanten Kompetenzen auf- und ausbauen können, beinhalten die Trainings in den vier Ausbildungszentren von RWE Grundlagen in Deutsch und Mathematik In weiteren Kursinhalten können die Jugendlichen ihr technisches Verständnis vertiefen sowie praktische und handwerkliche Fähigkeiten einüben. Flankiert wird die Maßnahme durch ein Bewerbungstraining sowie Praktika bei RWE und in anderen Betrieben.

Mit seinem Programm will der Energiekonzern den Jugendlichen insbesondere auch Schlüsselqualifikationen wie Durchhaltevermögen, Verantwortungsbereitschaft und Selbstbewusstsein vermitteln. Offenbar mit Erfolg: Rund 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten anschließend einen Ausbildungsplatz bei RWE und anderen Unternehmen.

Ansprechpartner:
Roger Ringel
Leiter Ausbildung
RWE Power AG
Stüttgenweg 2
50935 Köln
Fon +49 221 480-22247
E-Mail roger.ringel(at)rwe.com

Sonderprogramm für benachteiligte Jugendliche (Siemens)

siemenslogo

Siemens stellt seit 2008 jährlich rund 10 % seiner Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche (unterdurchschnittliche Schulleistungen oder fehlende Basiskompetenzen – meist mit Migrationshintergrund) zur Verfügung.

Mit verschiedenen Aktivitäten und Maßnahmen werden die Jugendlichen individuell gefördert, um ihre möglichen Defizite auszugleichen: Die Fachlichen beziehen sich in der Regel auf unterdurchschnittliche Deutsch-, Englisch-, Mathematik- oder Physik-Kenntnisse. Im sozialen Bereich (z.B. Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit) sind ebenfalls oft Schwächen zu erkennen, aber auch diese werden durch das Ausbildungspersonal sowie durch Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung erfolgreich ausgeglichen.

Der Ausbildungsjahrgang 2008 schloss seine Ausbildung ab: 91 % haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, 51 % wurden unbefristet und 49 % befristet übernommen.

Ansprechpartner:

Dr. Hans-Georg Kny
Corporate Human Resources Siemens AG
Otto-Hahn-Ring 6
81739 München
Fon +49 89 636-48425
E-Mail hans-georg.kny(at)siemens.com

"Hamburger Hauptschulmodell"

Mit dem Reformprojekt „Berufsorientierung und Ausbildungsplatzvermittlung“, das im Jahr 2000 in der Hansestadt ins Leben gerufen wurde, sollte ein verbesserter Übergang von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss in die ungeförderte duale Ausbildung erzielt werden. Außerdem wurde der Anspruch erhoben, keinen Schüler zu „verlieren“. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die frühzeitige Analyse von Interessen und Potenzialen bereits in unteren Klassen. Daran anschließend erfolgte eine individuelle Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit und ein Feedbackgespräch durch Personalverantwortliche größerer Unternehmen. Zentrales Ziel war es, dass die Schüler in Selbstverantwortung und durch eigene Aktivität einen betrieblichen Ausbildungsplatz finden.

Das Projekt konnte bereits nach kurzer Zeit erhebliche Erfolge verbuchen: Die Quote der Übergänge in die duale Ausbildung ist mehr als verdreifacht worden. Insbesondere Schülern mit Migrationshintergrund gelang nun deutlich häufiger der Übergang in eine betriebliche Ausbildung. Damit erreichen die Übergangsquoten in der Hansestadt einen bundesweiten Spitzenplatz.
Das Modell ist mittlerweile Vorbild für zahlreiche vergleichbare Projekte in deutschen Städten und Gemeinden und hat gemeinsam mit diesen den Verein Bundesnetzwerk schule-Ausbildung gegründet.

Laut Aussage des Projektkoordinators ist es unabdingbar, für den Erfolg eines ganzheitlichen Ausbildungsmodells alle relevanten Akteure in Konzeption und Durchführung einzubeziehen. Die Basis des Erfolgs des Hamburger Hauptschulmodells liege gerade in dem Zusammenwirken von Lehrern, Berufsberatern der Bundesagentur und Personalfachleute der Unternehmen (3-Säulen-Modell). Darüber hinaus dürfe nicht der Fehler gemacht werden, sich ausschließlich auf die Schwächen der Jugendlichen zu beschränken. Vielmehr gelte es, frühzeitig die Stärken der Schüler in den Blick zu nehmen und diese aktiv zu fördern.

Im Schuljahr 2012/2013 wurde das Hamburger Hauptschulmodell in die neu gegründete Jugendberufsagentur überführt. Zudem wurde die Ausbildungsvorbereitung für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz verbessert. Durch umfassende Kooperationsvereinbarungen mit Unternehmen und einen festgeschriebenen Anteil betrieblicher Ausbildungsphasen soll ein hohes Maß an Praxisorientierung erreicht werden („Dualisierung der Lernorte“). Insbesondere für Jugendliche, die noch nicht in umfassendem Maße ausbildungsreif sind, kann die Verbindung von Berufsschule und einem Praktikum die Chance auf einen regulären Ausbildungsplatz erheblich steigern. Die in den Berufsschulen tätigen Lehrer fungieren dabei als Lernprozessbegleiter.

Ansprechpartner:
Michael Goedeke
1.Vorsitzender
Bundesnetzwerk Schule-Ausbildung e.V.
Pastorenstr 16 – 18
20459 Hamburg
Fon + 49 (0)40 37 50 34 31
E-Mail goedeke@bundesnetzwerk.org

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.