Ansätze zur Qualifizierung und Auswahl

"Berufsstart Bau" – Baubranche startet Pilotprojekt für Ausbildungsnachwuchs

Die Bauwirtschaft bietet attraktive Ausbildungsplätze und starke berufliche Perspektiven. Dennoch führt auch hier die demografische Entwicklung zunehmend dazu, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Dabei spielt auch die Eignung von potenziellen Bewerbern eine wichtige Rolle. Dieses Handlungsfeld haben die Sozialpartner in der Bauwirtschaft – der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt – gemeinsam in den Fokus genommen.

In der Bauwirtschaft existiert ein in dieser Größe einmaliges System in Deutschland, wonach alle Unternehmen der Branche sich mittels einer Umlage an den Ausbildungskosten beteiligen. Durch eine Anpassung der tariflichen Ausbildungsförderung wurde die Möglichkeit einer Finanzierung auch für Qualifizierungsmaßnahmen geschaffen, die noch vor Beginn einer Berufsausbildung liegen.

Das jetzt gestartete Pilotprojekt "Berufsstart Bau" setzt auf regionale Maßnahmen der überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft in Kooperation mit den in der Region ansässigen Bauunternehmen und zielt auf ausbildungswillige junge Menschen im Sinne einer Einstiegsqualifizierung. Ziel des Projektes ist es, die Maßnahmenteilnehmer optimal auf den Beginn einer Bau-Berufsausbildung im Sommer 2014 vorzubereiten. Neben den Qualifizierungsanteilen im Betrieb können dabei Ausbildungsblöcke in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten stattfinden, deren Kosten – ebenso wie die Kosten für sozialpädagogische Begleitung – durch das Pilotprojekt finanziert werden.

Die Finanzierung nach verschiedenen Förderkriterien sowie die laufende Evaluierung innerhalb der zwölfmonatigen Laufzeit des Pilotprojektes werden von SOKA-BAU (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft) in Wiesbaden durchgeführt. Die am Pilotprojekt teilnehmenden überbetrieblichen Ausbildungsstätten sind veröffentlicht unter www.soka-bau.de.

Ansprechpartner:
Thomas Arnold
Abteilungsdirektor KSC Spezialisten
SOKA-BAU Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft
Wettinerstraße 7
65189 Wiesbaden
Fon +49 611 707-1838
E-Mail TArnold(at)soka-bau.de

"Anlauf zur Ausbildung" (BASF)

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Die Initiative soll handwerklich und technisch begabten Haupt- und Realschülern, die aufgrund fehlender fachlicher oder persönlicher Kompetenzen keinen Ausbildungsplatz finden, die Chance auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz ermöglichen. Für das Auswahlverfahren sind Noten nur von nachrangiger Bedeutung. Vielmehr werden Kompetenzen im Rahmen eines Online-Tests und eines Eignungstests vor Ort festgestellt.

Innerhalb des Programms werden Theorie-, Praxis-, Übungs- und Förderphasen verzahnt, mit dem Ziel, die Teilnehmer optimal zu fördern. Anstatt der regulären Ausbildungszeit haben die Teilnehmer nun ein Jahr mehr Zeit, einen Beruf im Bereich Metall oder Elektro zu erlernen. Das so genannte Anlaufjahr verbringen sie in einem Partnerbetrieb des BASF Ausbildungsverbundes, im Ausbildungszentrum der BASF und in der berufsbildenden Schule. Die Flexibilisierung der Ausbildungszeit soll die Potenziale der Teilnehmer optimal fördern, so dass sie nach dem Anlaufjahr direkt in die Ausbildung bei ihrem Partnerbetrieb oder der BASF SE durchstarten können.

Ansprechpartner:
Matthias Flick
BASF Ausbildungsverbund
67056 Ludwigshafen
Fon +49 621 60-21224
E-Mail matthias.flick(at)basf.com

Potenzialorientierte Auswahl (Deutsche Bahn)

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Die Deutsche Bahn will künftig bei der Auswahl ihrer Auszubildenden weniger auf das Bewertungskriterium Zeugnisse und Noten Wert legen. Stattdessen soll ein umfassender Online-Test die Talente der Bewerber offenlegen. Dadurch sollen Fähigkeiten und Stärken der Bewerber mehr in den Mittelpunkt rücken und allen Bewerbern die gleiche Chance auf eine Ausbildung geben. Schulnoten sind oft ein viel zu grober Maßstab, um die jeweiligen persönliche Stärken abzubilden, die der Bewerber mitbringt und die für den Wunschberuf wichtig sind. Ebenfalls wird durch das neue Verfahren deutlich, ob ein Bewerber möglicherweise Fähigkeiten für einen alternativen Beruf besitzt. Die Maßnahme birgt damit auch das Potenzial dem drohenden Fachkräftemangel proaktiv entgegenzuwirken.

Der Onlinetest kann innerhalb der zweiwöchigen Bearbeitungszeit bequem von zu Hause am PC durchgeführt werden. Der Test dauert je nach Ausbildungsberuf oder Dualen Studiengang zwischen 60 und 100 Minuten und besteht aus einem Basismodul und je nach Ausbildungsberuf aus weiteren 1-2 Modulen. Die einzelnen Module bestehen aus Fragenkomplexen und spannender kleinen Übungen, mit denen die berufsspezifischen Kompetenzen getestet werden.

Der besondere Mehrwert für den Bewerber besteht auch darin, dass er spätestens 14 Tage nachdem er den Onlinetest beendet hat, einen persönlicher Ergebnisbericht zum Download bereit gestellt erhält. Die Bewerber, die keinen Internetzugang zuhause haben, sind nicht ausgeschlossen. Hier wird gemeinsam nach Optionen geschaut, wie der Bewerber den Test trotzdem durchführen kann.

Ansprechpartnerin:

Dagmar Kaiser
Leiterin und Sprecherin Personal

Deutsche Bahn AG
Potsdamer Platz 2
10785 Berlin
Fon +49 (0) 30 297-61196
E-Mail dagmar.d.kaiser(at)deutschebahn.com

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.